Jahreshauptversammlung der SPD Rödgen

 

Mit einer Schweigeminute – nicht nur zur Ehrung der verstorbenen Mitglieder, sondern auch in stillem Gedenken an die Opfer der Flugzeugkatastrophe in den Alpen – begann die Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Gießen-Rödgen am 26.03.2015 im Sitzungszimmer des Bürgerhauses.

 

In seinem Jahresrückblick hob der Vorsitzende Jürgen Becker hervor, dass alle Veranstaltungen des letzten Jahres gut besucht und gut angenommen worden waren – angefangen beim Ostereiersuchen über die Tagesfahrt nach Heidelberg im Herbst und den Besuch des Frankfurter Weihnachtsmarktes bis zum traditionellen Grenzgang zum Jahresende, bei dem Prof. Dieter Kraushaar bei einem Rundgang durch den Ortskern Interessantes über alte Dorf- und Uznamen und die Entstehung einiger Straßennamen zu berichten wusste. Auch das überdurchschnittlich gute Abschneiden der SPD im Stadtteil Rödgen bei der Europawahl im Mai fand gebührende Beachtung.

Als Gast konnte der Vorsitzende die Dezernentin Astrid Eibelshäuser begrüßen. Diese ging in ihrem Bericht zunächst auf den Bauboom in Gießen ein, zu dem zum Teil auch das niedrige Zinsniveau beigetragen hat. Durch den Zuzug neuer Bewohner – Gießen hat inzwischen über 80 000 Einwohner – wächst aber auch das Fahrgastaufkommen im ÖPNV und der Bedarf an zusätzlichen Plätzen in Bildungseinrichtungen – angefangen von der Krabbelgruppe in Kindertagesstätten über Grundschulen bis hin zu den Hochschulen. Die Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sei sehr bemüht, keine Sportplätze oder gar Turnhallen oder kulturelle Einrichtungen schließen zu müssen, obwohl sie durch den Rettungsschirm unter einem großen Sparzwang stehe.

Besonders bitter sei hier der Zwang zu weiteren Personaleinsparungen. Trotzdem sei es bisher gelungen, starke Einschnitte bei den freiwilligen sozialen Leistungen zu verhindern.

Trotz wachsender Aufgaben durch im Bundestag beschlossene Gesetze würden die Kommunen nicht die zur Bewältigung notwendigen finanziellen Mittel durch Land und Bund erhalten, beklagte sich Frau Eibelshäuser. Die Entwicklung und Erschließung des US-Depots und die Ansiedlung von Firmen sowie den Umzug der Willy-Brandt-Schule werde sich ihrer Meinung nach positiv auf die Entwicklung Rödgens auswirken. Die Arbeitskräfte dieser Firmen würden dann auch mehr Wohnraum in Rödgen nachsuchen. Daher forderte Ortsvorsteher Dieter Geißler, dass Rödgen unbedingt in naher Zukunft ein neues Wohngebiet brauche, denn zur Zeit sei eine Überalterung der Bevölkerung festzustellen. Frau Eibelshäuser wies aber darauf hin, dass der Bestand der Kindertagesstätte wie auch der Grundschule zunächst einmal gesichert sei durch die Aufnahme von Kindern aus Gießen. Die Grundschule entwickele sich zu einer Ganztagsschule und ihre Qualität sei gesteigert worden.

In der Diskussion nahm die wachsende Zahl von Asylbewerbern in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung im ehemaligen US-Depot einen großen Raum ein. Beklagt wurde die häufige Überfüllung der Linie 1 und die Belästigung weiblicher Fahrgäste. Hierzu stellte Frau Eibelshäuser die Bemühungen aller zuständigen Ämter und Institutionen vor, die Situation zu entschärfen zum Beispiel durch die Einrichtung eines Expressbusses oder die Schaffung weiterer Außenstellen in Nordhessen.

An diesem Abend konnten auch zwei Ehrungen durchgeführt werden. Wolfgang Hannak erhielt seine Ehrenurkunde für 25 Jahre Mitgliedschaft und Margret Mühlig für 40 Jahre. In dieser Zeit hatte sie viele Jahre auch kommunalpolitisch gewirkt als Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende. Frau Eibelshäuser zeichnete beide mit der Ehrennadel aus, Jürgen Becker überreichte Blumen und Präsent.

Bericht: Werner Döring - Foto: Anja Schaal