Gießener Anzeiger vom 07.05.2015 zur Ortsbeiratssitzung am 05.05.2015

Stadt stellt für Sportplatz Finanzhilfe in Aussicht

ORTSBEIRAT „Besondere Belastungen“ sollen „honoriert“ werden / Neuer Pächter der Bürgerhaus-Gaststätte möchte im Juni öffnen


GIESSEN-RÖDGEN - (kg). Um zwei Dringlichkeitsanträge wurde die Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Rödgen ergänzt. Der Zeitpunkt sei jedoch ungewöhnlich für die Beantragung von Haushaltsmitteln, meinte Elke Victor (Freie Wähler) zum SPD-Wunsch, Gelder für die „dringend notwendige Reparatur“ der Straße Kirchenring einzustellen. Weil die städtischen Ämter derzeit die Finanzplanung vornehmen, nutze man die Gelegenheit, entgegnete Jürgen Becker (SPD). Gelder sollten auch für den Bau eines Parkplatzes gegenüber dem Friedhof vorgesehen sein.
Als genauso dringlich sahen die Freien Wähler ihr Papier mit sieben Fragen zum Sportplatz Rödgen an, der die Gemüter im Ort nach wie vor erhitzt.
Während sich die SPD, die zunächst ihren Antrag nach zweimaliger Verschiebung in den vorangegangenen Sitzungen erneut vorlegte, zufrieden mit der verlesenen schriftlichen Antwort von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) zeigte. Der Ortsbeirat hatte gebeten, nach Vorlage des entsprechenden Gutachtens zum Sportplatz alle Schritte zu unternehmen, um einen potenziellen Verursacher für die aufgetretenen Schäden festzustellen und diesen anzuhalten, die zusätzlich entstandenen Kosten für die Stadt und den TSV Rödgen bei dessen Versicherung anzumelden.
In dem Brief bedauert die OB und Sportdezernentin, dass der Platz nach Fertigstellung im ersten Halbjahr 2014 nach kurzer Zeit nicht mehr bespielbar war. Einen „Pflegefehler“ nennt sie ursächlich für die Unbespielbarkeit, die bis heute anhält. Deshalb musste im Mai vorigen Jahres das Jugendturnier ausfallen. „Eine Garantie, ob letztlich ein Turnier stattfinden kann, kann im Übrigen für keinen Platz gegeben werden, da hier die Witterungsbe-dingungen entscheidenden Einfluss nehmen“, so Grabe-Bolz. Es werde weiterhin „mit Hochdruck daran gearbeitet“, damit der TSV den Platz wieder bespielen kann.
Mit Vereinsvertretern gab es am 29. April ein Gespräch, bei dem die Maßnahmen des Gartenamtes erläutert wurden. Dort wurde festgehalten, „dass etwaige Schäden, die dem Verein durch die mehr als unglücklichen Umstände entstanden sind, ausgeglichen werden“. Die Stadt habe den Verein gebeten, seine Vermögenseinbußen dezidiert nachzuweisen. Zudem sichert die Sportdezernentin zu: Falls es zu keinem Ausgleich mit der Versicherung komme, werde der Magistrat im Rahmen der Vereinsförderung die besonderen Belastungen, die der TSV zu tragen hat, „honorieren“. Dem Vereinsvorsitzenden sei dies im Gespräch am 29. April in Aussicht gestellt worden.
Vergangenen Montag gab es einen weiteren Termin mit Verein, Planungsbüro, Gartenamt und Sportamt, wo die erforderlichen Arbeitsschritte besprochen wurden. Sie gingen über die im Gutachten aufgeführten hinaus, heißt es im OB-Brief. Den TSV bat man um Geduld, denn die Maßnahmen hätten witterungsbedingt erst jetzt durchgeführt werden können. Sie sei zuversichtlich, weil sowohl die Vermögenseinbußen des Vereins geregelt werden konnten, als auch nach der Beseitigung aller Schäden die Bespielbarkeit für die Zukunft „im normalen Maße“ sichergestellt werden könne, schreibt Grabe-Bolz.
Jürgen Theiß (FW) hielt ebenso wie Elke Victor am FW-Antrag fest, 2012 sei mit den Arbeiten auf dem Sportgelände begonnen worden und der Platz immer noch nicht in Ordnung. Alles bislang Vorgetragene sie „zu schwammig“, beklagte er. Die Aussagen der OB hinderten nicht daran, die FW-Fragen zu beantworten, machte Christoph Thiel (CDU) deutlich. „Wir helfen dem Verein, wenn er konkrete Angaben bekommt, um Planungssicherheit zu erhalten.“ Denn: Am 27. Juni ist das Ortspokalturnier geplant. Das FW-Papier wurde einstimmig verabschiedet.

In Sachen Gastronomie im Bürgerhaus deutet sich Positives an. Ein Bewerber hat sich bereits präsentiert und es kommt zu Vertragsverhandlungen.
„Zeitnah“, meinte Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD), könne der Gaststättenbetrieb losgehen. Wenn es nach dem Pächter geht, soll das bereits im Juni geschehen. Über die Namensgebung der Grundschule Rödgen in Hedwig-Burgheim-Schule hingegen entscheidet heute Abend die Stadtverordnetenversammlung. Der Ortsbeirat stimmte einstimmig für den Vorschlag der Grundschule, der von deren Leiterin Yvette Dreyer vorgestellt und erläutert wurde.